Vorlaubenhaus / auch Strohhaus in Pillgram

 






 

 

"Denk - Mal - Pillgram e. V."

 

 

"Verein zur Förderung und Erhaltung der Denkmal- und Kulturlandschaft Pillgram"

 

 

> Beschlussdatum 11. Oktober 2012 mit 13 Gründungsmitgliedern <

 

 

 

 

 

Ziel des Vereines ist es, dem Vorlaubenhaus einen Rahmen zu geben, der es ermöglicht zum Beispiel:

  • notwendige Um- und Neubaumaßnahmen durchzuführen,
  • die Ortschronik, die Else Weinberg in aufwendiger Arbeit weiterführt
  • und die tollen Buchlesungen "Literatur in der Vorlaube", von Oktober bis Ostern, die von Steffi Hoffmann hier bereits mit viel Engagement eingepflegt wurden, zu unterstützen.

Natürlich soll das Vorlaubenhaus auch für private Feiern und Veranstaltungen noch attraktiver werden.


Willkommen am Vorlaubenhaus in Pillgram

  • Wenn Sie neugierig auf Geschichte sind sowie ein rund dreihundert Jahre altes Beispiel ländlicher Baukunst in der Mark Brandenburg besichtigen wollen, können Sie dazu einen Termin vereinbaren.

  • Möchten Sie Ihre Familienfeier in diesem wunderschönen Haus ausrichten?


Gut 40 Personen finden hier Platz. Es ist eine komplette Küche vorhanden.
Im Ort und in den umliegenden Dörfern bekommen Sie tolle Buffets.

Reden Sie mit den Verantwortlichen vom Verein „Denk-Mal-Pillgram“ e.V.

Für Terminabsprachen oder Raummietung wenden Sie sich bitte an:
Else Weinberg
Biegener Straße 1
15236 Jacobsdorf / OT Pillgram
Tel.: 033608/ 3238

Eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter mit Name und Telefonnummer oder ein Zettel im Briefkasten garantiert Ihnen die Kontaktaufnahme.
Sind Sie an den Wochenenden oder in den Ferien zufällig auf der Durchreise hier und möchten sich das Haus anschauen, dann können Sie gern auch schräg gegenüber bei mir  klingeln kommen.

 

Heimatmuseum

 

Erleben Sie hautnah eine Reise in die jüngste Geschichte.
Lassen Sie sich überraschen, was unsere Ausstellung im Pillgramer Vorlaubenhaus alles zu bieten hat. Mit kulturellen Veranstaltungen in historischer Atmosphäre entführen wir Sie in eine kleine Zeitreise,
wo Sie vergessenes und vergangenes Lebensgefühl wieder entdecken können.
Eine Reise von der ins 16. Jh. zurückreichenden Geschichte des als bäuerliches Wohnhaus gebaute Vorlaubenhaus, über die Nutzung als Herberge und Dorfkrug sowie als Umspann- und Postkutschenstation.
Es vermittelt Einblicke in die Arbeits- und Lebenswelt der Bauern und Handwerker. der Hausfrauen und Kinder des späten 19. und frühen 20.Jahrhunderts bis zu den noch heute bestehenden Bräuchen
und Traditionen. Sie haben die Möglichkeit, Geschichte mit allen Sinnen zu erfassen.

Den Besuch im Vorlaubenhaus werden Sie ganz bestimmt nicht so schnell vergessen.

 

Literatur in der Vorlaube und Geschichtswerkstatt im Hinterzimmer und vieles mehr


Die Vorlaube wurde als bäuerliches Wohnhaus gebaut. Sie war Dorfkrug, Herberge, Umspannwerk und Postkutschenstation. Sie lag am Wege der Reisenden und im Zentrum der Dorfkultur, dessen Gespräche bei einem Humpen Bier, einer Pinte, um die Ernte, die Familie und die Wirtschaft kreisten, Dorfklatsch eben oder Kneipengeklön. Geschichten über Durchreisende, die Stammtischtagespolitik, Rezepte fürs Leben, Gespenster-, Feenmärlein und die ultimativen Heilmethoden kamen als rechte Würze hinzu. Dorfgeschichte meint unbedingt auch Dorfgeschichten. Das Erfahrene, Erinnerte und Ausgedachte verwebt sich zu einem schwertrennbaren Ganzen, das gerade durch diese Buntheit besticht. Und doch muss es geschieden sein: die Fakten ins Töpfchen des Bewahrenden, die Fiktionen ins Kröpfchen momentanen Erlebens. Das versuchen wir. Wir schreiben die Geschichte weiter und erzählen uns Geschichten.

Dorfgeschichten vom „normalen“ Volk haben sich hier ereignet, sind hier erzählt worden und bilden den Rahmen, in dem wir unsere Dorfgeschichte(n) zwischen Fakten und Fiktionen, zwischen Vergangenem und Gegenwärtigem aufspannen wollen.

Es erwartet sie bei uns kein adeliger Musenhof und kein bürgerlicher Salon, sondern Dorfkultur zwischen Tradition und Moderne, Geschichte(n) eben … ein weites Feld.

 

 




Veranstaltungen 2017





25.03.2017 - 18:00-20:00
   
Lesung mit Henry Martin Klemt

 

08.04.2017 - 12:00-17:00
   
"Osterbasteln und Filzen" mit Frau Lieske, Basteln und Backen mit den Kindern





Aktuelle Veranstaltungen im Vorlaubenhaus 2017


Die Pillgranner spinnen!

Tolle Schlagzeile, aber so nicht richtig. Zu unserer Veranstaltung "Das Spinnen als Handarbeitstechnik" waren nicht nur Pillgramer unter den 17 Gästen. Irene Hamann aus Lietzen im Oderbruch stellte uns ihr Hobby vor. Sie war auch zünftig mit Schafwollpull­over, Schal und dicken Schafwollsocken ausgestattet. Von der Schafzucht, der Schafschur und der Bearbeitung der Wolle auf ihrem Hof berichtete sie. Im Winter wird vor dem Fernseher die fertige Wolle verstrickt. Die zwei mitgebrachten Spinnräder hat sie zwar in Frankfurt gekauft, sie stammen aber aus Neuseeland. In Deutschland ist es schwierig solche Arbeitsgeräte zu bekom­men. Im Nachbarland Polen kann man Spinnräder meist als Deko auf dem Markt kaufen. Mit Wolle funktio­nieren sie leider nicht so optimal. Wenn an diesem Nachmittag von Bock und Zippe die Rede war, bezog sich das nicht auf die Karnickel, sondern auf die Form der Spinnrä­der. Zum Flachsspinnen gibt es ebenfalls ein Spinnrad, welches im Aufbau wieder etwas anders aussieht. Frau Hamann demonstrier­te uns, wie dieTechnik funktioniert, wie die Wolle auf die Spule gefädelt und wie sie mit den Fingern gezogen werden muss. Natür­lich wollten alle Veranstaltungsteilnehmer ihre Geschicklichkeit an diesen Spinnrädern testen. Die Koordination von Beinen und Händen war echt gewöhnungsbedürftig, zumal die Spinnräder mit zwei Pedalen ausgerüstet waren und diese im Wechsel gleichmä­ßig getreten werden mussten. Jeder der sich auf den Trittrhythmus konzentrierte, mach­te meist Fehler in der Fingertechnik. Übung macht den Meister. Die beste Beintechnik hatten die Kinder, schön gleichmäßig. Die Wolle hat Frau Hamann gesponnen. Einige Teilnehmerinnen haben es geschafft, ein Stück Faden zu spinnen. Über die Qualität lässt sich streiten. Und denken Sie nicht, dass Spinnen nur etwas für Frauen sei. Auch Mann kann so was, wenn er die überschüssigen Kräfte zügelt. Wenn nicht, geht schon mal ein Riemchen für die Pedalaufhängung entzwei. Die drei Stunden vergingen wie im Fluge. Es wurde bei Kaffee und Kuchen viel gelacht und geschwatzt. Bärbel Thieme hatte wieder ein paar Gedichte parat. Und alle Beteiligten nahmen Wissenswertes zum Spinnen und die Erkenntnis mit, dass unsere Altvorderen doch sehr mühselig ihren Lebensalltag gestalten mussten. Ihr Wissen sollte nicht verloren gehen und an die fol­genden Generationen vermittelt werden. Danke an Frau Hamann, dass sie sich für unsere Veranstaltung Zeit genommen hat. Vie­len Dank auch an die fleißigen Kuchenbäcker Gaby Tröger und Andreas Grothe, sowie an alle Helfer/innen beim Aufräumen.

Die Veranstaltung wurde von der Aktion Mensch unterstützt.

E. Weinberg
Denk-Mal-Pillgram e.V.

 


Handarbeitstechniken und Lesung in der Vorlaube


Eigentlich war der 14.01.2017 ein Tag, an dem alles daneben ging. Nichts funktionierte, wie es geplant war. Die eigenen Absprachen waren nicht optimal und die mit unseren gewünschten Gästen auch nicht. Schon unser Flyer hatte einen gravierenden Fauxpas, denn der liebevoll gedachte Begriff "Häkelmäuse" war ein falscher Zungenschlag. Als Arbeitsbegriff genutzt, landete er dann in unse­rem Programm. Die handarbeitstechnisch versierten Damen aus Jacobsdorf waren etwas irritiert, denn als "Mäuse" fühlten sich die gestandenen Frauen natürlich nicht angesprochen. Ich kann für meine Freud'sche Fehlleistung nur höflich um Entschuldigung bitten. Auf die erhofften tollen kreativen Arbeitsideen mussten unsere 15 Gäste aber nicht verzichten, denn Gabriela Schmollack zeigte uns, wie für den nahenden Frühling Schmetterlinge als Deko für die Ostersträuße gehäkelt werden können. Sichtlich hatten alle Spaß an dieser Arbeit und die Ergebnisse können sich sehen lassen.
Die zweite Panne, die Lesung mit Anja Gumprecht fiel auch ins Wasser. Dafür sprang unsere schauspielerisch versierte Bärbel Thieme mit ihrem breiten Gedichts-Repertoire ein. Sie findet immer passende Texte und bringt so die Leute zum Schmunzeln. Dank Gaby und Bärbel wurde der Nachmittag bei Kaffee und Kuchen sowie Häkeln und Vortragen ein sehr gemütliches und fröhliches Beisammensein. Danke auch an die fleißigen Helfer, die nach den Veranstaltungen schnell für Ord­nung sorgen.

Die Veranstaltung wurde unter­stützt von der Aktion Mensch.

 

E. Weinberg

Denk-Mal-Pillgram e.V.




Aktuelle Veranstaltungen im Vorlaubenhaus 2016




Advent in der Vorlaube




Es ist eine schöne Tradition in Pillgram geworden, dass immer am letzten Wochenende vor dem 1. Advent Generationen übergreifend zum Backen und Basteln in die weihnachtlich geschmückte Vorlaube eingeladen wird. Am 26.11.2016 war es wieder so weit. Bastelmaterial für Sterne, Naturmaterial und Deko für die Adventskränze und jede Menge Plätzchenteig warteten auf unsere kleinen und großen Gäste. Für unsere Mühen bei der Vorbereitung wurden wir mit regem Zuspruch durch 15 Kinder, die mit wenigstens einem Elternteil und /oder Omi in die Vorlaube kamen, belohnt. Schon vor 12:00 Uhr ging es mit dem Backen los, weil die ersten Kinder da waren. Einige Papas kamen noch nach der Arbeit, um den Nachmittag mit der Familie zu genießen.

Mit viel Kreativität und Eifer wurden wunderschöne Adventskränze und Fröbelsterne gebastelt, leckere Plätzchen gebacken. Alle Kinder bekamen zur Belohnung für Fleiß und Ausdauer ein süßes Adventsbeutelchen. Bärbel Thieme gestaltete ein kleines kulturelles Programm mit weihnachtlichen Geschichten und Gedichten. Es fanden auch Gäste zu uns in die Vorlaube, die mit eigenem Material ihre Adventsgestecke in gemütlicher Runde fertigten und für alle Neugierigen tolle Gestaltungsideen präsentierten. Abgucken ist erlaubt. Und wer nur zum Kaffeetrinken in Gesellschaft sein wollte, fand auch ein Plätzchen. Bei einer gemeinsamen Kaffeetafel konnte dann nur ein Teil der vielen Plätzchen verspeist werden. Der Rest wurde als kleiner Adventsgruß am Sonntag mit ins Wahllokal genommen und den Pillgramer Wählern angeboten.

Allen Mitorganisatoren und Helfern möchte ich ein herzliches Dankeschön sagen. Es ist schön, ein verlässliches Team bei unseren Aktivitäten zu haben. Im Bäckerteam unterstützt uns Bärbel Thieme schon seit Jahren, aber auch mit ihrem Talent zum Theaterspielen. Hilfe und Ablösung beim Backen kam von Steffan Hoffmann, Holger Schulz,  Andreas und Patricia Grothe. Die Spezialistin für die Fröbelsterne und die gute Fee beim Vorbereiten der kulinarischen Leckereien ist Gabriela Schmollack. Das Ordnungskommando in der Küche hatte Bettina Straße übernommen. Muttis und Omis haben zugefasst, wo es Arbeit gab. So war nach der Veranstaltung schnell wieder Ordnung in der Vorlaube.

 

Vielen Dank dafür.

 

Dass diese Veranstaltungen in der Vorlaube so durchgeführt werden können, verdanken wir  als Verein der finanziellen Förderung durch die Aktion Mensch. Wer noch ein Weihnachtsgeschenk sucht, könnte etwas Gutes tun mit einem Los der Aktion Mensch.

 

Allen Lesern und unseren treuen Gästen eine besinnliche Adventszeit, ein frohes Weihnachtsfest und alles Gute im neuen Jahr.

Ich hoffe sehr dass wir uns 2017 zu den Veranstaltungen in der Vorlaube gesund wiedersehen.

 

Verein „Denk-Mal-Pillgram“ e.V.
E. Weinberg




03. Dezember - Holz als Werkstoff


Bei frostigen winterlichen Witterungsverhältnissen in der warmen Stube sitzen, erzählen und basteln – das ist die Vorweihnachtszeit, wie ich sie aus meinen Kindertagen kenne. Deshalb waren alle Interessenten für die Holzbearbeitung herzlich eingeladen, ihre Kreativität auszuleben, bei kleinen Laubsägearbeiten und künstlerischem Gestalten. Es konnten winterlich- weihnachtliche Figuren bearbeitet oder auch Schwibbögen mit Serviettentechnik und Beleuchtung hergestellt werden. Während zur Adventsveranstaltung ein großer Andrang herrschte und der Platz eng war, konnten wir zu diesem Termin in einer kleinen Runde von 8 Personen recht geruhsam arbeiten. In der stressigen Vorweihnachtszeit war das natürlich auch angenehm. Schade, dass nur eine Mutti mit Kind den Weg in die Vorlaube gefunden hat. Die Erwachsenen hatten neben den Mühen der ungewohnten Arbeitstechnik aber auch ihren Spaß.                                   

Für den gedeckten Kaffeetisch mit dem leckeren Kuchen hatte manch einer vor lauter Arbeitseifer kaum Zeit.
Herr Popp aus Booßen war mit seiner Drechselbank wieder mit von der Partie. Es ist schon toll, wie aus den unterschiedlichsten Hölzern schöne Gefäße, Schreibgeräte  und Figuren entstehen. Die Auswahl an gedrechselten  Weihnachtsgeschenken war groß, die Verlockung zum Kaufen ebenfalls. Der gravierende Unterschied zu den kommerziellen Weihnachtsmärkten bestand im Preis der Produkte.

Auch diese Veranstaltung wurde von der Aktion Mensch unterstützt.

 

Eine schöne besinnliche Weihnachtszeit wünschen wir allen Lesern.

„Denk- Mal- Pillgram“ e. V.
E. Weinberg




18. November - Buchvorstellung

Der Verein Denk-Mal-Pillgram e.V. lädt zum Weltlesetag am 18.11.2016 um 19:00 Uhr in das Vorlaubenhaus von Pillgram, Biegener Str. 3 ein.

Der Autor Jochen Pfeiffer und der Verlag Die Furt stellen das Buch „Kuhstolz“ vor. Eine Geschichte über das Leben der Bauern Anneliese Mudrack und Kurt Pfeiffer aus Biegen sowie über die Entwicklung der Landwirtschaft im Lebuser Land.                                                                                   

Es gibt einen kleinen Imbiss. 

Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.




30. Oktober - Halloween im Vorlaubenhaus in Pillgram






Das war - Kunst und Kultur in der Vorlaube von Oktober bis Ostern




Ostern im Vorlaubenhaus






20. Februar - Wie Geschichten laufen lernen

Der Leser- Showdown der literarischen Reihe

 

„Wie Geschichten laufen lernen“


Am 20.02.2016 ist es soweit: Unsere Gesprächsreihe über das Werden von Geschichten aus Sicht ihrer Macher geht nach 5 Jahren zu Ende. Die Beteiligten vom Autoren über Verleger, Journalisten, Bibliothekare bis zum Literaturwissenschaftler kommen nochmals zusammen und wenden sich Texten zu - diesmal als Leser.
Neben dem Perspektivwechsel wird es für die Teilnehmer auf Erfahrungsreise gehen, denn einige haben in der zurückliegenden Zeitspanne überhaupt erst eine Leserschaft gewonnen, andere können über Entwicklungen durch den Kontakt mit ihren Lesern berichten …und nicht zuletzt sind auch sie Leser. Neben den Autoren die wichtigste Instanz im Produktions- und Rezeptionsprozess von Text oder klar gesagt: bei dem Lebendigwerden von Geschichten.
Geschichten und Geschichtenmacher aus unserer Region verwandeln Gelebtes in Geschriebenes. Den zwischen Papierseiten gepressten Gedanken bei jemand anderem in einer anderen Zeit wieder zum Leben zu erwecken, ist ein fortgesetzter unabgeschlossener kreativer Prozess, der an Magie und Zauberei grenzen mag, und den wir schlicht Lesen nennen. Thomas Mann wurde wegen seiner Fabulier- und Vortragskunst von seiner Familie der Zauberer genannt. Aber die Zauberei gelingt erst durch uns, uns Leser.


Herzliche Einladung zum Showdown der Reihe an alle Leserinnen und Leser und solche, die es werden wollen, sich am Sonnabend, den 20.2.2016 von 15.00 bis 17.00  in der Vorlaube in Pillgram, Biegener Str. 3 einzufinden und vom Zauber der Geschichten zu hören.


Steffi Hoffmann









Filzen in der Vorlaube


Alte Handarbeitstechniken - Filzen - in der Vorlaube

 

Im neuen Jahr fanden sich am  09.01.2016 wieder 12 Interessenten zu unserer Veranstaltung in der Vorlaube ein. Wir hatten uns die alte und nur noch wenig bekannte Textiltechnik des Filzens ausgewählt. Dazu haben wir uns als sehr kompetente Fachkräfte Bianca und Christina Lieske vom Lern- und Erlebnisbauernhof aus Tempelberg eingeladen. Auf diesem Hof gibt es, als Lieferanten des Rohstoffs Wolle, Schafe und Lamas. Es ist sehr zeit- und kraftaufwendig die Rohwolle zur Bearbeitung vorzubereiten - Schur, Reinigung, Kämmen, Färben. Diese Verarbeitungsschritte waren im Vorfeld für uns bereits erledigt. Die beiden Frauen brachten nicht nur das vorbereitete farbenprächtige Material mit, sondern auch Vorrichtungen und Hilfsmittel, um die Arbeitstechnik optimal ausführen zu können. Tolle Textilbeispiele aus Filz, wie Weste, Umhängetaschen, Pantoffeln und kleinere Dinge fanden reges Interesse und waren Anregung für die eigene Kreativität. Nach einem kleinen Einblick zur Entstehung der Filztechnik und ihrer Verbreitung sowie Nutzung in den heutigen unterschiedlichen Kulturen, ging es um die für uns in 3 Stunden realisierbaren Gebrauchsgegenstände - Kunstblumen, Handytaschen, Filzbilder, Schmuck, Katzenbälle, und und…                      

Jeder fand nach kurzer Überlegung seinen Arbeitsgegenstand und machte sich mit fachkundiger Hilfe an die Herstellung. Wunderschöne Filzblumen entstanden in der einen Gruppe, während sich die andere mit Filzbildern beschäftigte. Einhelliges Fazit, es war sehr anstrengend, aber hat Spaß gemacht. Vor lauter Arbeitseifer kam die gemütliche Kaffeezeit etwas kurz.

Im Übrigen kann natürlich auch jeder zu unseren Veranstaltungen kommen, der einfach mal schauen möchte und Unterhaltung sucht. Wir wollen Angebote für die ganze Familie unterbreiten, generationsübergreifend.

Unsere Kinder sind zu fast allen Veranstaltungen gern gesehen.

Für Angebote und Ideen haben wir als Verein ein offenes Ohr und würden uns freuen, wenn in Vorbereitung des neuen Veranstaltungsprogramms 2016/2017 Vorschläge von unseren Bürgern kommen.

 

E. Weinberg

„Denk-Mal-Pillgram“e.V.




Lesung und Drechseln



Unsere treuen Besucher in der Vorlaube haben bereits erkannt, dass sich unsere Veranstaltungsreihe etwas verändert hat. Es steht nicht mehr nur die Literatur im Vordergrund, sondern mehr alte Handwerkstechniken. Wir wollen ein breiteres Publikum ansprechen, Veranstaltungen für die ganze Familie anbieten und der Geschichte des Ortes und des Hauses den gebührenden Platz einräumen. Also liebe Freunde der Literatur, nicht traurig sein. Es wird schon noch Lesungen geben. Hier ein Rückblick auf unsere letzten Veranstaltungen.

Unsere 5. Veranstaltungssaison von O bis O begann am geschichtsträchtigen Datum 03.10. mit einer Lesung. Dr. Karl - Ludwig von Klitzing stellte sein Buch „Atemlos“ vor. Bei einem Lungendoktor der passende Titel, welcher schon vor dem Lied von Helene F. vorhanden war. Moderiert wurde die Lesung vom Kulturredakteur der MOZ Uwe Stiehler, bekannt aus den Brandenburger Blättern. In der Vorlaube fanden sich 24 Gäste ein, lauschten den Familiengeschichten der von Klitzings, erfuhren etwas über den Werdegang des Arztes und seiner politischen Rolle in der Wendezeit. Ein sehr interessanter und kurzweiliger Nachmittag für alle Anwesenden. Ein besonderer Dank unseres Vereins geht an Dr. von Klitzing, er verzichtete nicht nur auf sein Honorar sondern spendete auch noch den Erlös des Buchverkaufs. Für unsere Gestaltungspläne am Ensemble des Vorlaubenhauses ein wichtiger Beitrag.

Unsere Novemberveranstaltung beschäftigte sich mit dem Drechseln, einer alten Technik der Holzbearbeitung. Zu DDR-Zeiten ein beliebtes Hobby vor allem der Männer, da Kunstgewerbe Bückware war. Herr Erwin Popp aus Booßen zeigte an der Drechselbank die Anwendung der einzelnen Meißel und ihre Handhabung. Manch mutige Frau stellte sich mit Anleitung an die Drechselbank und fertigte das erste eigene Kunstwerk. Männer gebt Acht, wenn eure Frauen sich zu Weihnachten eine Drechselbank wünschen, dann haben sie ihr Hobby gefunden. Herr Popp hatte eine große Auswahl seiner gedrechselten Kunstwerke mitgebracht, sodass die ersten schönen Weihnachtsgeschenke in den Beuteln unserer Gäste nach Hause getragen wurden.
Da diese Veranstaltung generationsübergreifend gedacht war, wurde auch fleißig mit der Laubsäge aus Sperrholz Weihnachtsdekoration gebastelt. Muttis und Vatis waren nicht nur gute Helfer für ihre werkelnden Kinder sondern selbst Feuer und Flamme beim Sägen, Schleifen und Bemalen. Schön, wenn unser neues Konzept so angenommen wird.


E. Weinberg                     




Adventsstimmung in der Vorlaube




 

Aus einer schönen Tradition heraus, fand am Samstag vor dem 1. Advent unser Back- und Bastelnachmittag in der weihnachtlich geschmückten Vorlaube statt. Obwohl im nahen Umfeld weitere Veranstaltungen durchgeführt wurden, hatten wir einen sehr großen Zulauf. 18 Kinder mit dazugehörigen Muttis, Vatis oder Omis fanden sich den Nachmittag über bei uns ein und verlebten sehr kreative und gemütliche Stunden. Die Kinder waren  mit Ausdauer und Feuereifer beim Backen von Plätzchen und servierten sie den Erwachsenen voller Stolz. Der eigene kleine Schnabel kam natürlich nicht zu kurz. Tee, Kaffee, Lebkuchen und Stollen ergänzten die Kaffeetafel.               

 

Danach machten sich die meisten Kinder noch mit den einzelnen Bastelstationen vertraut, halfen den Großen beim Gestalten wunderschöner Tür- oder Adventskränze, fertigten selbst Gestecke oder waren beim Sterne- und Kugelbasteln aus Papier dabei. Von unseren Gästen brachte jemand Material zum Strohsterne basten mit und zeigte die Arbeitstechnik. Das war eine unerwartete schöne Ergänzung zu den vorhandenen Angeboten. Auch manch ein Erwachsener stellte nach viel Zureden fest, dass er eine kreative Ader hat. Der Vorrat an Stroh- und Birkenkränzen wurde jedenfalls völlig aufgebraucht. Mit strahlenden Augen, ihren Bastelsachen und einem kleinen süßen Weihnachtsmanngruß für die Kinder zogen unsere kleinen und großen Gäste gegen 17:00 Uhr fröhlich heimwärts.

 

Mir bleibt nur ein riesengroßes Dankeschön zu sagen an alle Vereinsmitglieder und vor allem an die Nichtmitglieder, die fleißig bei der Vorbereitung und Durchführung dieser Veranstaltung mitgewirkt haben.

 

Es ist schon ein eingeschworenes tolles Team, auf das wir hier bauen können. Vielen Dank auch an die Gemeinde für die finanzielle Unterstützung für unsere Arbeit mit Kindern.

 

Auf Wiedersehen zu Kunst und Kultur in der Vorlaube von Pillgram.

 

E. Weinberg                             „Denk-Mal-Pillgram“e. V.




Ostern

Das war unser großes Osterbasteln und Backen in der Vorlaube

Das Wetter war am 28.03.2015 etwas durchwachsen, also gerade richtig für unser letztes großes Vorhaben in der Vorlaube - Backen und Basteln zu Ostern. Es ist jedes Mal eine Herausforderung für uns als Veranstalter. Wie viele Kinder werden kommen? Haben wir genügend Material vorbereitet? Wer hilft bei der Durchführung? Wie können wir das finanzieren? Fragen über Fragen?
Wir waren wie immer sehr positiv überrascht, dass 13 Kinder meist mit Mutti, aber auch Omi oder Papi den Weg ins Vorlaubenhaus gefunden haben. Schade war, dass  unsere Geschichtenerzählerin Valentina aus Berlin wegen Krankheit ausgefallen ist. Die Enttäuschung  dauerte nicht lange, denn satte 5 Stunden waren so für Basteln und Backen nutzbar. Hefeteig geformt zu kleinen Osterhasen oder Nestern versüßten uns die  Kaffeezeit und wurden mit Genuss verspeist. Nach dem Kaffee schaute der neugierige Osterhase Detlef schon mal vorbei und belohnte die fleißigen Bastelkünstler mit kleinen Naschereien.

Ostereier suchen ist was tolles, auch wenn einige Pfiffikusse natürlich die Existenz des Osterhasen schon mal anzweifelten. So kurz vor der Einschulung lässt man sich nicht mehr alle Märchen erzählen. Gut 4 Stunden intensive Beschäftigung mit Backen und Basteln haben die Lütten mit Feuereifer verkraftet. Jeder wollte wirklich auch alle Bastelangebote wahrnehmen, Ostereier bemalen, Dekokränze mit Blumen gestalten, die Ostereierblume  oder das Rennmöhrenauto des Osterhasen basteln. Die Erwachsenen wurden mächtig auf Trapp gehalten. Nur gut, dass wieder so viele fleißige Hände mit zupackten und diese Veranstaltung erst ermöglichten.
Danke an das Osterpersonal für ihre Unterstützung. Es sind nicht nur Vereinsmitglieder wie Gabriela Schmollack, zuständig für Backen,  Bastel- und  Küchenarbeiten (Mädchen für Alles) oder Andreas Grothe, der nach seiner Nachtschicht noch Dienst beim Osterpersonal leistete bzw. seine Frau beauftragte. Auch Nichtmitglieder sind zu einem verlässlichen Potential für solche Familienveranstaltungen bei uns geworden. Auf die Bäcker- Hilfe von Bär-
bel Thieme kann ich mich immer verlassen.  Gabi Tröger kam mit Enkel und Kuchen. Bettina Straße hat sich als Osterhasen-Gesichtsmalerin qualifiziert und wirbelte durch die Küche. Nochmals Danke, liebes Osterpersonal und ich zähle auf eure tatkräftige Unterstützung im nächsten Jahr, denn diese Veranstaltung zu Ostern soll traditionell wieder stattfinden. Schon mal vormerken: 19.03.2016!
Der Plan für die 5. Saison im Vorlaubenhaus ist in Vorbereitung. Es sollen mehr Generationen übergreifende Veranstaltungen durchgeführt werden. Lassen Sie sich überraschen und schaun Sie wieder bei uns rein, wenn es heißt: Kunst und Kultur von O bis O in der Vorlaube von Pillgram.

Den Flyer für die Veranstaltungen gibt es zum Dorffest.

 

Else Weinberg
„Denk-Mal-Pillgram“e.V.

 

 

Erste Lesung im Neuen Jahr in der Vorlaube in Pillgram


Am 10. Januar 2015 fand im ehrwürdigen alten Giebelvorlaubenhaus in Pillgram wieder eine Literaturveranstaltung statt. Zum zweiten Mal zu Gast war die Autorin Angela Kiefer-Hofmann aus Fürstenwalde. Sie stellte uns ihr drittes Buch mit dem Titel „Die Jacke des Herrn A.“ vor. Es war ein Auftragswerk der Samariteranstalten aus Anlass des 120. Geburtstages dieser Einrichtung.

Entstanden ist damit ein Zeitdokument der Geschichte vom 19. bis 21. Jahrhundert. Von der Gründung einer Diakonissen-Station im Pfarrhaus 1891 durch den Pfarrer Albert Burgsdorf bis1892 in Fürstenwalde ein eigenes Grundstück erworben und darin Kindergarten, Kindergärtnerinnen-Seminar, Krankenhaus, Damenheim errichtet werden konnten wurde eine Menge Geld benötigt. Diese Mittel sollten aus den Überschüssen für die Unterbringung

wohlhabender Damen erwirtschaftet werden. Burgsdorf sah den Zweck der Anstalten in der Barmherzigkeit für alle Bedürftigen ohne Unterschied der Konfession, Ausbildung von Arbeitern und Arbeiterinnen für den Barmherzigkeitsdienst und die Verbreitung christlicher Literatur. Aus diesem Denkansatz heraus entstanden die Samariteranstalten, die als Wohn- und Arbeitsort auch in der heutigen Zeit Alten, Kranken, geistig wie körperlich Behinderten Geborgenheit und einen Lebenssinn geben. Die Entwicklung dieser Anstalten verlief nicht problemlos. Die einschneidenden gesellschaftlichen Veränderungen spiegeln sich im Alltag dieser Einrichtung mit Höhen und Tiefen wieder, ja bedrohten auch die Existenz oder wie in der Zeit des Nationalsozialismus das Leben der behinderten Bewohner. Als Nebenprodukt der intensiven Recherchearbeit von Angela Kiefer-Hofmann ist die Übersicht der geschichtlichen Daten in chronologischer Reihenfolge in der Zeitschrift der Samariteranstalten „Unterwegs dokumentiert„ 2/2012 nachlesbar. In dem Buch „Die Jacke des Herrn A.“ hat die Autorin Lebensgeschichten und Standpunkte von den leitenden, aber auch angestellten Mitarbeitern dieser Einrichtung zusammengetragen und lässt auch die Bewohner zu Wort kommen. Wie haben sie die Ereignisse wahrgenommen, was bedeutet ihnen die Geborgenheit, der geschützte Raum aber auch die Anerkennung für ihre Arbeit. Jeder Anstaltsbewohner trägt entsprechend seiner Fähigkeiten zur Wirtschaftlichkeit dieser Einrichtung bei. Die Samariteranstalten sind in Fürstenwalde ein großer Arbeitgeber. In Deutschland soll und muss die Integration behinderter Menschen endlich verstärkt durchgesetzt werden. Nicht bevormunden und einschränken, sondern Hilfe zur Selbsthilfe geben, um ihnen soweit wie möglich ein eigenständiges Leben zu ermöglichen. Das Schlagwort in den Schulen heute - Inklusion. Wohltätigkeit nennt man heute neudeutsch Charity. Jeder VIP der Highsociety macht sich einen Namen mit dem Sammeln von Spenden für den guten Zweck. Wie das Buch zeigt, so neu sind diese Gedanken nicht.

Mir hat die Lesung zu den Lebensgeschichten ausgesprochen gut gefallen. Habe das Buch bereits gelesen und kann es für alle die, die sich für regionale Geschichte interessieren nur empfehlen. Ein Dankeschön an die Autorin Angela Kiefer-Hofmann für diesen angenehmen Literaturnachmittag.

Natürlich geht auch ein großes Dankeschön an die fleißigen Helfer bei der Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung.


E. Weinberg

„Denk-Mal-Pillgram“ e. V.

 

 

Journalisten und Literaturwissenschaftler in der Vorlaube


Immer im Februar findet im Vorlaubenhaus in Pillgram die Literaturreihe „Wie Geschichten laufen lernen“ statt. Nach den Autoren, Verlegern, Buchhändlern und Bibliothekaren hatten wir am 24.02.2015 die Literaturwissenschaftlerin Barbara Gribnitz vom Kleist-Museum zu Gast. Sie ist die Kuratorin der im vergangenen Jahr eröffneten neuen Kleist-Ausstellung. Unterstützung bekam sie von unserer Steffi Hoffmann, die nicht nur im Buchhandel arbeitet sondern ebenfalls Literaturwissenschaft studiert hat. Die Journalisten wurden vertreten durch den Autor Henry-Martin Klemt von der Zeitschrift BlickPunkt. Auch er hat ein Literaturstudium absolviert.

„Was wollte uns der Dichter damit sagen?“ An diese Standardfrage aus dem Deutschunterricht erinnerten sich alle unsere 16 Gäste mit Schmunzeln. Frau Gribnitz legte in ihren Ausführungen dar, womit sich die Literaturwissenschaft beschäftigt - natürlich mit Literatur. Aber nur eine überschaubare Anzahl von Autoren ist für die Wissenschaft von Interesse. Schriftbild, Betonungen, Zeitgeschichte, philosophische Denkansätze werden hinterfragt, um den Autor und sein literarisches Wirken besser zu verstehen. Bestseller oder Verriss spielen hier keine Rolle, damit befassen sich Kritiker. Zur erwähnten Frage muss jeder Leser seine individuelle Antwort finden. Es ist abhängig von eigenen Erfahrungen und Befindlichkeiten, was jeder aus dem Text herausliest oder hinein interpretiert. Wie Gefühle manchmal zur Situationskomik und als solche in Büchern verewigt werden, wurde vom Autor Henry-Martin Klemt am Textbeispiel Nachtangeln im Helenesee ausdrucksstark vorgetragen. Jeder Zuhörer hat plastische Bilder im Kopf entwickeln können. Wir haben Tränen gelacht. Die Zeitung BlickPunkt wird zu 100% durch Werbung finanziert, hat aber regelmäßig interessante Beiträge zu Kunst, Kultur oder Literatur. Der Platz für diese Rubrik ist knapp bemessen, meint der Journalist Henry-Martin Klemt. Die Ökonomie diktiert wieviel Platz für kostenlose Veröffentlichungen von Veranstaltungsterminen zur Verfügung gestellt werden kann. Diese Erfahrung habe ich schon bei mehreren Zeitungen gemacht. Zwei kurzweilige Stunden waren bei dieser geistigen Nahrung und einem deftigen Imbiss sehr schnell um.

Danke an unsere Gäste für die tolle Vorbereitung, an unsere Zuhörer für ihr Interesse und natürlich an meine fleißigen Helfer.

Im nächsten Jahr soll es den Show down geben für die Reihe „Wie Geschichten laufen lernen“.


E. Weinberg

„Denk-Mal-Pillgram“ e. V.




Rückblick 2014

Rückblick auf unsere letzten drei Veranstaltungen 2014 in der Vorlaube

Der Auftakt unserer  vierten  Lesesaison in der Vorlaube wurde am 18.10.2014 durch ein fantastisches Duo bestritten. Der Lyriker Henry-Martin Klemt, vielen besser bekannt als kritischer Redakteur der Zeitschrift  Blickpunkt, und der Vollblutmusiker Thomas Strauch gestalteten einen literarisch-musikalischen Nachmittag zum großen Thema Liebe. Der Titel „ Mich ritt die schöne Kellnerin“ klang zwar etwas leicht frivol, hat aber 24 Literaturbegeisterte an diesem Nachmittag in die Vorlaube gelockt. Gedichte sind vielleicht nicht jedermanns Sache, aber so wie sie von  H.-M. Klemt vorgetragen wurden, trafen sie den Gefühlsnerv. Thomas Strauch ist in der Region als Multitalent der Musik gefragt, spielt in der Gruppe Septemberstrauch, im Trio Jack Novelle oder gestaltet mit Literaturschaffenden solche Abende wie bei uns in der Vorlaube. Strauch gibt manchmal auch Solo- Konzerte - liest, singt und spielt - egal ob Bass, Gitarre oder Ukulele. Uns begeisterte er mit seiner Auswahl  aus einer breiten Palette von Liebesliedern - Irischer Folk war genauso vertreten wie eigene Kompositionen. Das Publikum bedankte sich mit viel Applaus.

Am 08.11.2014 fand unsere zweite musikalische Lesung statt. Paul Hempel, ehemals in Pillgram zuhause reiste mit seiner Partnerin Ina Klaus aus dem schönen Vogtland an. Literatur und Musik sind für beide Hobbys. An diesem Abend stellten sie uns den Schriftsteller Johannes Bobrowski vor. Die Lesefreunde kennen sicher Buch oder  Film „Levins Mühle“. Unter dem Titel „Der Tänzer“, las Ina Klaus Erzählungen von Bobrowski.  Der Schriftsteller, der in Ostpreußen geboren wurde und seine Erlebnisse aus dieser Region in den Erzählungen verarbeitet hat, versuchte mit seinem literarischen Schaffen Verständnis für die osteuropäischen Völker zu wecken. In den vorgetragenen Geschichten geht es um die jüdische  Lebensweise und die problematische Beziehung der Deutschen zu den jüdischen Mitbürgern in der Zeit kurz vor dem 2. Weltkrieg. Mit diesem Inhalt erklärt sich dann auch die Musikrichtung - Klezmer. Jiddische Lieder und Tänze - mal melancholisch dann wieder voller Lebensfreude - wurden von Paul Hempel gesungen und gespielt. Ein besonderer  Ohrenschmaus war das Saxophonspiel. Danke nicht nur an unsere zwei  Laienkünstler sondern auch an  Dr. Hempel für die Vermittlung dieser tollen Veranstaltung.

Rechtzeitig zum 1. Adventswochenende fand am 29.11.2014 unsere traditionelle Veranstaltung für die ganze Familie statt. Es hieß wieder Backen und Basteln für Groß und Klein in der Vorlaube. Da an diesem Samstag  mehrere Veranstaltungen gleichzeitig liefen (Tag der offenen Tür in der Schule Briesen, Karate in der TH Pillgram, Weihnachtsmarkt in Jacobsdorf) hatten Eltern und Kinder die Qual der Wahl und die Anzahl der Kinder bei uns in der Vorlaube war diesmal gut überschaubar. Jeder konnte sich kreativ betätigen, bekam Anleitung und Hilfe und freute sich über seine schönen Dekomaterialien  für den Weihnachtsbaum. Die Geschichtenerzählerin Valentina hatte es nicht leicht die kleinen Hobbybastler von ihren wichtigen Tätigkeiten wegzulocken, um ihnen Winter- und Weihnachtsgeschichten zu erzählen. Vom Vorschulkind bis zum 13-Jährigen saßen sie dann aber mit großen Augen und offenen Mündern, lauschten und machten mit. Auch Geschichten für die großen Kinder gab es. Muttis, Vatis, Omis hatten einen schönen  Nachmittag mit ihren Sprösslingen. Mal kein Stress in der Vorweihnachtszeit ist doch was Herrliches.
 
An dieser Stelle möchte ich all meinen fleißigen Helfern herzlich danken für ihre Unterstützung bei unseren Veranstaltungen, kommt gut über die Feiertage und gesund ins neue Jahr.

Danke auch an die AKTION MENSCH für die finanzielle Unterstützung.

E. Weinberg
Denk-Mal-Pillgram e.V.

 

 

Das war im Frühjahr 2014 ----------------------------------------------------------------------------------------

  • 05. April 10.00-14.00 Uhr - Ostern in der Vorlaube

 

  • 22. März 15.00 Uhr  -  „Lenz- Lyrik“ mit Sibylle Scheller


Am Samstag, 22.03.2014 von 15.00–17.00 Uhr ist unter dem Motto „Lenz- Lyrik“ Sibylle Scheller bei uns zu Gast. Sie hatte sich erst Ende Januar beim Autorentreffen in der Stadt- und Regionalbibliothek in Frankfurt (Oder) mit ihrer literarischen Arbeit vorgestellt. Hier trifft sich die schreibende Zunft aus der Region zum Kennenlernen, Erfahrungsaustausch und Arbeiten in gemütlicher Runde. Auch wir durften, das von Steffi Hoffmann entwickelte  Projekt „Lesen und lesen lassen - Literatur in der Vorlaube“, dort vorstellen. Von diesen Kontakten profitiert unsere Veranstaltungsreihe. An dieser Stelle einen herzlichen  Dank an die Gastgeber.
Sibylle Scheller wurde in der Presse als „süße Lyrikerin“ angekündigt, die heitere Gedichte und meist märchenhafte Prosa schreibe. Keine falschen Schlüsse, meine Herren! In dichterischer Freiheit wurde so genial umschrieben, dass  sie als gelernte Kauffrau  in einer Confiserie arbeitet. Schokolade macht bekanntlich glücklich. (Jedenfalls dann, wenn sich nicht jede Praline als „Hüftgold“ anlagert.)

Der Nachmittag soll abwechslungsreich mit Gedichten, Musik und Erzählungen gestaltet werden, zum Mitmachen anregen und zum Genießen einladen. Es ist Kaffeezeit in der Vorlaube.
Freuen wir uns gemeinsam auf den bevorstehenden Lenz und Sibylle Scheller.

 

Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten.

 

E. Weinberg        
„Denk-Mal-Pillgram“ e.V.

  • 18. Februar von 16.00-18.00 Uhr   "Wie Geschichten laufen lernen" - Buchhändler und Bibliothekare berichten .....

 

Die Veranstaltungsreihe „ Literatur in der Vorlaube“ läuft nun schon das dritte Jahr. Im Monat Februar  steht sie wieder unter dem Motto: „Wie Geschichten Laufen lernen“.
Erinnern Sie sich? Im Februar 2012 hatten wir eine Reihe von bekannten und weniger bekannten Autoren aus der Region bei uns zu Gast. Sie berichteten nicht nur, wie sie zum Schreiben kamen oder wie ihre Geschichten entstanden sind, sondern lasen auch aus ihren Werken. Wir erlebten einen interessanten  Nachmittag der Poesie. Einige dieser Autoren konnte unsere Steffi Hoffmann für weitere Lesungen gewinnen.
Im Februar 2013, kurz vor der Buchmesse in Leipzig, trafen sich Verleger aus Berlin und Brandenburg zu einer Arbeitsbesprechung im Vorlaubenhaus. Anschließend standen sie für unseren Lesenachmittag zur Verfügung. Da es alles Vertreter aus kleineren Verlagen waren, erfuhren wir eine Menge  über Probleme, Risiken, Literaturnischen, Qualität und Quantität bei der Herausgabe von Büchern. Die Resonanz war so gut, dass wir zeitlich mächtig überzogen haben. Oder lag das nur an den Schmalzstullen?
In unserer dritten Veranstaltung zu diesem Motto, müssen logischerweise die Buchhändler und Bibliothekare zu Wort kommen. Sie bringen die von den Autoren verfassten und von den Verlegern herausgegebenen Werke unters Volk. Sorgen dafür, dass die großen und kleinen Leseratten ihre Lieblingslektüre finden. Tolle Initiativen wie der bundesweite Vorlesetag sollen mehr Menschen für das Lesen begeistern. Aber reicht das, um die Probleme dieser Branche zu lösen?
Gäste sind: Frau Aurich -  Fahrbibliothek des Landkreises Oder-Spree
Frau Eisermann - Bibliothek der Grundschule Briesen
Herr Möckel  - Inhaber der Lukas-Buchhandlung, Frankfurt (Oder)
Dr. Dirk Wissen - Direktor der Stadt- und Regionalbibliothek Frankfurt (Oder)

Termin der Veranstaltung:
Dienstag, 18.02.2014 von 16.00 bis 18.00 Uhr

  • 18. Januar 15.00 Uhr - „Der Rebell vom Schwarzen Berg“

Die Biografie des Kommunisten Fritz Tanner aus Sachsen

Am 18.01.2014 trafen sich 19  Literaturbegeisterte zu einer Leseveranstaltung in der Vorlaube von Pillgram. Die Jacobsdorferin Ursula Pischel las aus dem genannten Buch ihres Bruders Rolf Teumer, eines seit langem  in Berlin lebenden Schriftstellers.
Der Untertitel des Buches mag vielleicht manch einen Zeitgenossen abschrecken sich mit dieser Literatur zu beschäftigen. Die jüngste Vergangenheit sitzt einfach noch zu tief. Die DDR - ein kläglich gescheiterter Modellversuch, in dem die Ideen der Arbeiterbewegung erfüllt werden sollten, ein besseres und lebenswerteres Leben für alle zu gestalten.
Fritz Tanner war einer von denen, der aktiv versuchte diese Ideale zu verwirklichen. Für ihn war die DDR das Land seiner Träume. Warum das so war?
Rolf Teumer hat mit seinem Buch den Lebensweg seines Vaters aufgezeichnet. Es ist ihm meisterlich gelungen eine Milieustudie zu den Lebens- und Arbeitsbedingungen des 19. und 20. Jahrhunderts darzustellen. Die Familie lebte in absolut prekären Verhältnissen, Arbeit - wenn vorhanden für einen Hungerlohn, beengte Wohnverhältnisse mit einem Raum und Küche für 4 Personen und das Ehebett dank Schichtbetrieb von Schlafgästen genutzt, Kinder werden ganz nebenbei geboren und später weggegeben
aus Platzmangel, statt in die Schule zu gehen ist Kinderarbeit für ein paar Pfennige angesagt, Tod durch Schwindsucht ist an der Tagesordnung. Egal wie schlimm die familiären Tragödien auch für Fritz Tanner waren, es gab immer Menschen die ihm halfen.
Die Auswirkungen des 1. Weltkriegs, erste Erfahrungen mit dem aufkommenden Nationalsozialismus, Widerstandsbewegung, 2. Weltkrieg -  die deutsche Geschichte und das „rote Sachsen“ waren für Fritz Tanner prägend. Ein Mensch mit solch einer Biografie träumte und kämpfte für bessere Lebensverhältnisse. Und er fand sie in der DDR. Rolf Teumer hat mit der Beschreibung des Lebensweges von Fritz Tanner Zeitgeschichte aufgearbeitet. Die Fakten sprechen für sich. Es bedarf keiner Ideologisierung.
Ein ganz großes Dankeschön an Ursula Pischel für diese Lesung. Sie hat sehr interessante Passagen ausgewählt und sie mit entsprechender Musik untermalt. Im Anschluss wurden Erinnerungsstücke und  Fotos herumgegeben. Es war auch eine kleine Geschichtsstunde.
Bei fairem Kaffee und selbstgebackenem Kuchen klang der Nachmittag aus. Für unsere kleine Bibliothek in der Vorlaube werde ich auf alle Fälle dieses Buch  besorgen, dann kann sich jeder der möchte sein eigenes Bild machen und Schlussfolgerungen ziehen.
Ein neues Schriftstellerlexikon muss ebenfalls angeschafft werden, denn das von 1963 ist hoffnungslos veraltet. Selbst im Internet habe ich nichts über die Biografie des Schriftstellers Rolf Teumer gefunden. (Soviel zur modernen Technik!)
Danke an Steffi Hoffmann für die Literaturauswahl. Danke an die fleißigen Bäckerinnen und Helferinnen im Hintergrund.

Schön, wenn wir Sie zur nächsten Leseveranstaltung im März wieder begrüßen dürfen.

E. Weinberg                                           
„Denk-Mal-Pillgram“e.V.






v.l.n.r. Klezmer, Klemt & Strauch, Adventsbasteln


Dauer-Ausstellung_im_Vorlaubenhaus.pdf

Ach übrigens – Fair Trade im Strohhaus Pillgram


Seit Sonntag, den 9.9.2012, schenken wir im Strohhaus fair gehandelten Kaffee aus. Dank sei auch hier unseren Gästen und allen Beteiligten, besonders den fleißigen Kuchenbäckerinnen und Küchenfeen des Tages gesagt, die zum guten Gelingen des Kaffeeausschanks beigetragen haben!
Im Rahmen unseres neuen Jahresthemas 2012/13 „Gewerbe und Gewerke“
widmen wir uns Handel und Wandel in Vergangenheit und Gegenwart unseres
Ortes. Da unsere Leistungen auch gern fair entlohnt sein sollen, wollen wir das auch anderen ermöglichen. Es wird nach dem Motto gehandelt: Leben und leben lassen…  und da bei uns kein Kaffee wächst, wir aber gerne welchen trinken…

 

 

Steffi Hoffmann